Austausch Dateien Repositorium vs gute wissenschaftliche Praxis

Liebe Community.
Wir hatten jetzt immer mal wieder den Fall, dass uns Autor_innen darum gebeten haben, ihre bereits über unser institutionelles Repositorium erstveröffentlichten Dokumente gegen eine überarbeitete Fassung auszutauschen. Bislang ging es dabei um orthographischen Kleinkram (hier ein Komma, da ein Spiegelstrich).
Jetzt bat uns eine Autorin um die Einstellung einer neuen Version eines Praxisberichts, der deutlich umfänglicher überarbeitet wurde und von der bereits veröffentlichten Erstversion u.a. dadurch abweicht, dass sich die Seitenzahlen geändert haben.
Ich verstehe den Wunsch der Autorin, weiterhin denselben Zitationslink (wir nutzen URN) verwenden zu können, sehe ein solches Vorgehen aber mit Blick auf die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis sehr kritisch. Ich dachte daran, eine neue Version einzustellen und darauf deutlich hinzuweisen. Allerdings ändert sich dadurch ja auch der Identifier.
Hat jemand eine Empfehlung parat, wie wir hier am besten vorgehen sollten?

Lieber Herr Dinter,

für diesen Anwendungsfall eignet sich die Versionierung, bei der neue Versionen quasi unter einer Dachpublikation zusammengefasst werden. DSpace verfügt über die Funktion, bei anderen Repositoriensoftware weiß ich es leider nicht. Wir nutzen für unser Repositorium DSpace und dort wird einer neuen Version einer Publikation zwar eine neue DOI zugewiesen, aber der Versionsverlauf wird in jeder Version angezeigt und nicht aktuelle Versionen zeigen einen Hinweis auf die Verfügbarkeit einer neuen Version (Beispiel: https://doi.org/10.18452/19160). Zenodo bietet dies unter der Bezeichnung DOI Versioning an (siehe https://help.zenodo.org).

Beste Grüße,
Marc Lange

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Lieber Herr Lange,
vielen Dank für Ihre Antwort! Wir arbeiten mit der OPUS-Software und nutzen Versionierungen bislang nicht. Deswegen weiß ich auch gar nicht, ob unser System eine entsprechende Funktionalität anbietet. Ich habe mich aber direkt an unseren Hostingpartner gewandt, der hier sicher unterstützen kann. Angesichts der Entwicklung hin zu living documents dürfte der Nachweis einer Versionsgeschichte immer wichtiger werden. Sie haben mir mit Ihren Hinweisen auf jeden Fall schon ein großes Stück weitergeholfen.
Viele Grüße
Joachim Dinter

Lieber Herr Dinter,
auch wir arbeiten mit OPUS, das aktuell leider keine Versionierung bietet. Sie könnten der Autorin anbieten, von der alten auf die neue Version zu verweisen. Ein neuer Identifier für das neue Dokument scheint mir jedoch unumgänglich zu sein. Vielleicht können Sie vermitteln, dass wir mit der Vergabe von unterschiedlichen Identifiern für unterschiedliche Dokumente einen wichtigen Beitrag zur korrekten Zitierbarkeit ihrer Publikation leisten - so wird die Einschränkung zum Service.
Viele Grüße,
Andrea Hofmann

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Liebe Frau Hofmann,
herzlichen Dank für diesen Hinweis! Unser Hostingpartner vom KOBV hat mir mittlerweile eine ähnliche Strategie vorgeschlagen. Dort schlägt man vor, im alten Dokument und den Metadaten einen Hinweis auf die aktualisierte Fassung anzubringen und dir URN bzw. URL zu hinterlegen. Zusätzlich könnten benutzerdefinierte Metadatenfelder angelegt werden, die eine Versionierung abbilden. Insgesamt scheint hier DSpace aber etwas benutzer_innfreundlicher zu sein.
Viele Grüße
Joachim Dinter

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Versionierung ist die bessere Lösung, und es sollte dringend bei OPUS darauf hingewirkt werden, dass sie ermöglicht wird. Ob Versionierung oder nicht: Vorteilhaft ist es, den Permalink (bei Versionierung mit Hinweis auf mögliche neuere Versionen, nicht konkret, sondern eben als Möglichkeit etwa: Prüfen Sie, ob …) in das PDF einzubauen, da man dann beim (häufigen) Auffinden des PDFs über Google & Co. nicht nach dem Identifier suchen muss.

So machen wir es bei peDOCS auch: Ein neuer Datensatz mit neuer URN wird erstellt. Ein Link „ist veraltete Version von“ bzw. „hat aktualisierte Version“ wird gesetzt.

Vielen Dank für diesen Hinweis, den ich erst jetzt registriert habe. Einen entsprechenden Hinweis nehmen wir gerne in das modifizierte Dokument auf, zusätzlich zur neuen URN.