Studentisches Publikationsprojekt - Beispiele aus der Praxis gesucht!

Liebe Community,
an unserer Hochschule plant eine Professorin gemeinsam mit ihren Studierenden die Veröffentlichung einer Broschüre für den Pflegebereich. Die Herausgeberschaft liegt bei ihr, die Beiträge werden von den Studis verfasst. Das Dokument soll Open Access erscheinen und einen echten Mehrwert für die Praxis bieten. Kennt jemand Best-Practice-Beispiele, wie ähnlich gelagerte (gerne auch fachfremde) Projekten erfolgreich umgesetzt wurden?
Mein Traum wäre eigentlich die Gründung eines studentischen Journals in diesem Bereich, im Stile eines Undergraduate Research Journals, aber dazu konnte sich die Kollegin mit Blick auf die drohende Mehrarbeit bislang noch nicht durchringen :slight_smile:
Viele Grüße aus Berlin
Joachim Dinter

Mir bekannte Beispiele sind das API Magazin:
https://journals.sub.uni-hamburg.de/hup3/apimagazin

und das Streifband (nicht Open Access im engen Sinn):

Vielen Dank! Von der Uni Oldenburg ist mir noch dieses Projekt bekannt: https://openjournal.uni-oldenburg.de/index.php/forsch/issue/current
Allerdings scheint da seit 2018 nichts mehr passiert zu sein…

Lieber Joachim Dinter,

bei solchen Publikationen, die aus einzelnen und abgeschlossenen Projekten im Rahmen von Studiengängen und Lehrveranstaltungen entstehen, sind ebenfalls abgeschlossene Publikationsformate meines Erachtens nach in vielen Fällen am besten geeignet. Eine Zeitschrift hat den Nachteil, das der Aufwand zum Aufbau – quasi als Zusatzprojekt – recht hoch ist und die Zeitschrift ab Start ja auch regelmäßig mit neuen Ausgaben bespielt werden müsste. Das kann einige Folgeprobleme mit sich bringen, u. a. auch die Gefahr, dass aufgrund der Notwendigkeit für eine neue Ausgabe eigentlich qualitativ nicht ausreichende Texte publiziert werden. (Die Beispiele, die ich dafür kenne, lasse ich hier aber mal unerwähnt.)
Eine Reihe, in der Forschungsergebnisse aus Studium und Lehre in Form von Berichten und Broschüren publiziert werden, würde sich vielleicht besser anbieten. Dies würde eher einer Form des Kuratierens nachkommen und Qualitätssicherung hinsichtlich Format und Gestaltung wie auch Inhalt bieten.

Hier ein Beispiel für einen sowohl inhaltlich als auch gestalterisch guten Forschungsbericht, der als Ergebnis eines Seminars im Fachgebiet Stadt- und Regionalökonomie am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin entstanden ist: Manchester – Ökonomie der Stadterneuerung (2015)

Ein Beispiel für eine Reihe sind die vom Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin herausgebenen Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, in der gute Abschlussarbeiten veröffentlicht werden.

Beste Grüße,
Marc

Lieber Marc,
ich hoffe, das Du ist okay! Vielen Dank für die Einschätzung und die vielen Anregungen zu dem geplanten Publikationsprojekt. Die Überlegungen der Professorin gehen auch eher in Richtung einer inhaltlich abgeschlossenen Handreichung. Solche Inititativen müssen natürlich immer vor dem Hintergrund der Dimensionen gesehen werden, von denen wir hier an der ASH Berlin sprechen. Der Output an publizierbarem Material wäre höchstwahrscheinlich gar nicht ausreichend, um ein regelmäßig erscheinendes Journal zu bespielen. Außerdem müssten mehrere Professor_innen Zeit und Renommee mitbringen, um ein solches Projekt aus der Taufe zu heben und als Herausgeber_innengremium zu fungieren. Das ginge dann höchstens als Verbundprojekt gemeinsam mit anderen Einrichtungen aus dem gleichen Fächerspektrum.

Oder man entscheidet sich für eine unregelmäßig erscheinende Reihe, die dann unter dem Titel „Berliner Beiträge zur Pflegeforschung“ laufen könnte. Ich glaube, das ist ungefähr das, was du mit einer kuratierten Reihe meinst, wobei ich eine inhaltliche Klammer schon als zwingendes Kritierium sehen würde, um in der Fachcommunity auf Resonanz zu stoßen.

Deine Praxisbeispiele sind auf jeden Fall großartige Referenzen, um meiner Kollegin vor Augen zu führen, wohin die Reise gehen könnte. Vielen Dank nochmal dafür!

Viele Grüße
Joachim

„DIe junge Mommsen“ Ist mir gerade untergekommen:

Auch toll und sehr ansprechend im Layout. Interessant finde ich vor allem, dass die Zeitschrift aus einer Fachschaftsinitiative hervorgegangen ist.